Grossrätin Grünliberale Basel-Stadt

Kategorie: Grosser Rat

Hunde aus prekären Verhältnissen

Votum Sandra Bothe, Grosser Rat, 16.12.2020 Hunde aus prekären Verhältnissen (Anzug Kerstin Wenk)

Die Überweisung des Anzugs ist ein erster Schritt, um dem aufkommenden Onlinehandel mit Hunden aus dem Ausland als lukratives Geschäftsmodell aktiv zu begegnen. Die Tiere werden dadurch besser geschützt und Hunde haben eine grössere Chance auf einen Platz aus unseren Tierheimen und serösen Tierschutzorganisationen.

Die Zunahme von Hundekäufen während Corona und auch jetzt zur Weihnachtszeit nehmen zu. Aus diesem Grund sind wir Grünliberalen sehr froh, dass der politische Vorstoss von Kerstin Wenk (SP) von allen Parteien mitgetragen und an die Regierung überwiesen wurde.

Die Menschen sind heute noch mehr online unterwegs und kaufen Dinge aller Art über’s Internet, seien dies Kleider, Schuhe oder Wein. Mit Corona hat der Onlinehandel umständehalber nochmals zugelegt.

Befremdlich ist es, dass je länger je mehr, auch Haustiere – ganz nach Lust und Laune – im Internet gekauft werden. So als wären es Waren für den alltäglichen Gebrauch. 

Ein Geschäftsmodell – auf Kosten der Tiere – das von dubiosen Geschäftemachern unterhalten wird. Vielen Käuferinnen und Käufer ist dabei nicht bewusst, was die Hunde bis sie dann bei ihnen zu Hause sind für einen Leidensweg hinter sich haben.  

So kommt es, dass zum Beispiel osteuropäische Zucht-Hunde nach Belgien geschleust werden. Dort erhalten sie einen offiziellen Stempel, womit der Herkunftsort verschleiert wird. Dazu kommt, dass einige Ursprungsländer Tollwut haben und somit dürften die Zucht-Hunde gar nicht in die Schweiz – und eben auch nicht nach Basel „einreisen“.

Tierheime und Tierschutzorganisationen in der Schweiz haben viele Hunde, die gerne ein gutes Plätzchen hätten. Neben der notwendigen Sensibilisierung für die Gefahren bei einem Online-Tierkauf, kann über die Hundesteuer, ein zusätzlicher Anreiz für zukünftige Hundebesitzer geschaffen werden. 

Die Überweisung des Anzugs ist ein erster Schritt, um dem aufkommenden undurchsichtigen Geschäftsmodell mit Haustieren aktiv zu begegnen.

Sandra Bothe-Wenk
Grossrätin Grünliberale Basel-Stadt
Wahlkreis Riehen

Gleichstellung

Votum Sandra Bothe, Grosser Rat, 16.12.2020. Zum Antrag der SVP: Kürzung Budgets der Abteilung für Gleichstellung.

Wir Grünliberalen sind auch der Meinung, dass die Gleichstellung von Mann und Frau noch nicht erreicht ist

Die Fachstelle für Gleichstellung bewirkt durch ihre wichtige Arbeit die Sensibilisierung in der Bevölkerung und die tatsächliche Gleichstellung der Bewohner und Bewohnerinnen im Kanton Basel-Stadt – wie Nicole Amacher schon zitiert hat.

Wir Grünliberalen unterstützen also die Arbeit des Büros.
Wir erwarten von der Fachstelle weiter das dringende Engagement für LGBTIQ Menschen und Menschen aller Geschlechter im Kanton.

Dass der Handlungsbedarf in letzterer Thematik aktut ist, zeigen verschiedene überwiesene Anzüge, die noch in Bearbeitung sind – wie schon erwähnt – zum Beispiel von Nora Bertschy –

Zudem ist der Auftrag des Büros die Gleichstellung von Frauen UND Männern. Tabu-Themen wie beispielsweise die häusliche Gewalt an Männern, die von der Fachstellen aufgenommen werden können.

Es gibt in Sachen Chancengleichheit und Gleichstellung viel zu tun in unserem Kanton.

Wir Grünliberalen lehnen darum eine Kürzung des Budgets ab.

Sandra Bothe-Wenk
Grossrätin Grünliberale Basel-Stadt
Wahlkreis Riehen

Bildungsstrategie

Dem Bericht der Interparlamentarischen Geschäftsprüfungskommission der Universität Basel (IGPK Universität) ist zu entnehmen, dass in Basel seit 2010 ein Wachstum von 8% Studierenden zu verzeichnen ist. Darüber bricht keine Freude aus, weil der gesamtschweizerische Durchschnitt aller Studierenden an den Schweizer Universitäten bei einem Plus von 16% liegt und die Uni Basel somit nicht mithalten kann.

Dem Bericht zu entnehmen ist auch, dass die Rektorin der Universität Basel, Andrea Schenker-Wicki, über die Entwicklung der Immatrikulations-Rate besorgt ist. Finanzielle Folgen seien die Konsequenzen für den Standort Basel, weil die Bundesbeiträge an der relativen Grösse einer Universität gemessen wird – der Immatrikulationsrate – also an der Anzahl Studierenden. 

Die Rektorin strebt deshalb eine Wachstumsrate an, die der Entwicklung der Studierenden in der Schweiz entspricht. Die Marke „Universität Basel“ soll gestärkt und die Sichtbarkeit ausgebaut werden.

Für mich ist das irgendwie paradox, denn die Universität stellt die niedrige Immatrikulations-Rate in Zusammenhang mit einer deutlichen Abwanderung der Schulabgänger an die Fachhochschulen. Dies sei wiederum auf die präsenten Berufsveranstaltungen zurückzuführen. 

Quo Vadis Basel mit unserem Bildungssystem, frage ich mich. 

Was sind die strategischen Zielvorgaben, um unseren Fachkräftemangel über alle Berufsgruppen zu bewältigen?

Führt die Stärkung des dualen Bildungswegs mit Fokus auf die Fach- und Berufsmaturität zu einem Ungleichgewicht der Bedürfnisabdeckung?

Es darf nicht sein, dass wir quasi wegen einer Umverteilung der Bildungswege unser Humankapital für Bildung und Forschung nicht mehr ausschöpfen. 

Ich wünsche mir eine ganzheitliche Strategie für unseren Kanton, kein systembedingtes Schrumpfen der Basler Universität.

Sandra Bothe-Wenk
Grossrätin Grünliberale Basel-Stadt
Wahlkreis Riehen

Vermerk Grosser Rat 11. November 2020. Zum „Bericht der Interparlamentarischen Geschäftsprüfungs- kommission der Universität Basel (IGPK Universität)

Geschlechterquote Uni Basel

Votum Sandra Bothe, Grosser Rat 21. Oktober 2020. Zur Motion über verbindliche Geschlechterquoten an allen Fakultäten der Universität Basel

Wir Grünliberalen haben klare Sympathien für das wichtige Anliegen der Motionärinnen, trotzdem werden wir die Motion nicht überweisen.

Die Forderung der verbindlichen Geschlechterquote bis auf 50% für alle Fakultäten der Universität Basel geht uns zu weit. 

Anstatt eine harte Quote einzuführen, finden wir den Fokus auf dem Rechenschaftsbericht – über eine ausgeglichene Verteilung der Geschlechter und mit klarer Zielvorgabe „im Sinne von Comply or Explain“ – zielführender und würden einen Vorstoss in diese Richtung unterstützen. 

Im Sinne der Gleichstellung und im Zuge des Gleichbehandlungsprinzips wünscht sich auch die Grünliberalen mehr weibliche Professorinnen an der Universität Basel.

Hier geht es aber zugleich darum, dass die beste Professorenschaft gesucht und auch gefunden wird.

Wenn nun geeignete Kandidatinnen für spezifische Lehrstühle fehlen, kann dies zu einer Abnahme der Qualität des Lehrkörpers führen.

Die Universität Basel braucht den nötigen Spielraum, die am Besten qualifizierten Bewerberinnen und Bewerber für sämtliche Fakultäten einzustellen.

Den Blick für die klare Steigerung des Frauenanteils soll dabei aber nicht verloren gehen. Ein „Comply or Explain“ System würde genau dieser Forderung Rechnung tragen.

Sandra Bothe-Wenk
Grossrätin Grünliberale Basel-Stadt
Wahlkreis Riehen

Durchlässigkeit der Ausbildungswege

Votum Sandra Bothe Grosser Rat vom 9. September 2020. Zur Stellungnahme zur Motion Durchlässigkeit der Ausbildungswege

Es darf nicht sein, dass Jugendlichen hier in Basel – der Weg in weiterführende Schulen verbaut wird. Ein Zwischenjahr im Brückenangebot soll keine Einbahnstrasse sein, sondern darf auch Startrampe für die weitere Berufs- oder eben auch Schulausbildung sein.

Die Jugendlichen sind heute jünger beim Ende der obligatorischen Schulzeit wie vor Harmos. Viele hätten einfach noch 1 Jahr länger Schule nötig, ein echtes 10. Schuljahr, um zu reifen.

Und dann eben mit der Möglichkeit, sich ebenso für die Ausbildung an weiterführenden Schulen zu entscheiden. Und wenn durch Fleiss und Anstrengung die Aufnahmeprüfung bestanden wird, auch diesen Weg für sich selbst zu wählen.

Das gelobte Prinzip der Durchlässigkeit findet sonst ein jähes Ende.

Die Grünliberalen bedauern die Entscheidung das Brückenangebot nur für die berufliche Ausbildung zu nutzen. Wir würden es wirklich begrüssen, dass den Jugendlichen hier in Basel auch nach einem 10. Schuljahr alle Bildungswege offen stehen.

Deshalb werden wir die Motion mit Überzeugung zum zweiten Mal überweisen.

Sandra Bothe-Wenk
Grossrätin Grünliberale Basel-Stadt
Wahlkreis Riehen

„Flexibler Kindergarteneintritt“

Vermerk Grosser Rat 24. Juni 2020. Zur Stellungnahme zur Motion hürdenfreier, flexibler Eintritt in den Kindergarten

Einige Kinder sind gerade 4 Jahre alt, wenn sie das erste Mal mit Leuchtstreifen und Znünitäschli in den Kindergarten marschieren.

Kinder, die aber zu früh in den Kindergarten eintreten, sind schnell überfordert. Das ist ein schlechter Einstieg in die Schullaufbahn und einige tragen die Reifeproblematik bis ans Ende ihrer obligatorischen Schulzeit mit.

Der Blick in die Zukunft, auf die Teenager-Jahre zeigt: «In der Pubertät sind die Unterschiede grundsätzlich schon gross. Wenn man dann noch ein Jahr jünger ist, hinkt man von der Entwicklung her je nach dem stark hinterher. Das kann sich negativ auf die soziale Integration auswirken»

Auch in der Berufswahlphase sind die Jugendlichen dann anstatt 14 Jahre, erst 13 Jahre alt. «Gerade bei Lehrbeginn merkt man das fehlende Jahr extrem», meinen einige Lehrmeister. Abgesehen davon, dass mit 13 Jahren der Prozess zur Entscheidungfindung und die Festlegung für einen bestimmten Beruf, generell sehr herausfordernd ist.

Warum also schon beim Kindergarteneintritt forcieren?

Basierend auf der sehr hohen Bewilligungsquote im Kanton Basel-Stadt bei den Anträgen zur Rückstellung des Kindergarteneintritt um ein Jahr, kann der Regierungsrat das Anliegen der Motion mit den Worten nachvollziehen:

„die Erziehungsberechtigten können effektiv in den meisten Fällen gut einschätzen, ob ihr Kind bereit ist, in den Kindergarten einzutreten“.

Trotzdem empfiehlt der Regierungsrat den hürdefreien, flexiblen Eintritt aufgrund der geschätzten Kosten, nur zu prüfen. 

Was aber kostet die Steuerzahler am Ende mehr? 

Die Ausgestaltung von Förderprogrammen während der Schullaufbahn und für die erschwerte Berufsplanung der Jugendlichen oder ein Jahr mehr Lebens- und Reifezeit vor dem Kindergarteneintritt?

Klar ist – durch die Flexibilisierung des Stichtags haben wir von Anfang an die Möglichkeit einen guten Schulstart zu ermöglichen. Dies wirkt sich auf die Schulkarriere der Kinder aus, aber auch auf ihre emotionale und soziale Reife – und ist somit auch für die Berufsplanung sinnvoll. 

Ich hoffe sehr darauf, dass eine Prüfung zu einer guten Lösung führt und das Wohl der Kinder und zukünftigen Jugendlichen im Zentrum stellt.

Sandra Bothe-Wenk
Grossrätin Grünliberale Basel-Stadt
Wahlkreis Riehen

Bericht Lehrstellensituation

Votum Sandra Bothe, Grosser Rat, 24. Juni 2020. Zum Bericht über die Lehrstellensituation und berufliche Nachholbildung im Kanton Basel-Stadt

Es wird viel über den Stellenwert der Lehre diskutiert und warum der duale Bildungsweg nicht gleich nach Abschluss der Volksschule gewählt wird.

Ich finde ein Fokus sollte definitiv auch auf dem Zeitpunkt der Berufswahl gelegt werden und dass wegen der Stichtagverschiebung beim Schuleintritt in die Schullaufbahn, die Schüler- und Schülerinnen jünger sind wie vor Harmos.

Aus Sicht der Schüler- und Schülerinnen ist es in der 3. Sekundarschulklasse mit jungen 13 bis 14 Jahren eine grosse Herausforderung, sich auf die schulischen Leistungen für den Abschluss der Volkschule und gleichzeitig – auf die Berufswahl mit Schnupperlehren und anschliessender Lehrstellensuche zu konzentrieren.

Dieser Problematik sollte definitiv mehr Gewicht zugesprochen werden und man muss sich nicht wundern, dass die Massnahmen eben trotz der beruflichen Orientierung nicht greifen. Kommt dazu, dass die Lehrlinge im Durchschnitt bei Lehrantritt älter sind wie 17 Jahre, was darauf schliessen lässt, dass auch Lehrmeister, reife, altersmässig ältere Lehrlinge bevorzugen. 

Ich komme zum Schluss, dass deswegen dem Brückenangebot eine wesentliche Bedeutung bei der Ausbildung zukommen sollte. Dieses Zwischenjahr dient dazu den Jugendlichen die Zeit einzuräumen, die sie für ihre persönliche Entwicklung brauchen und während der obligatorischen Schulzeit nicht hatten.

Im Weiteren denke ich, ist festzuhalten, dass die berufliche Orientierung in der Schule und die Berufsberatung, die Schüler und Schülerinnen dahingehend informiert, dass die Lehre im kaufmännischen und Informatik Bereich entweder in einem Betrieb oder in Vollzeit an der Handelsmittelschule oder der Informatikmittelschule absolviert werden kann.

Direktübertritte aus der Volkschule in diese beiden vollschulischen Ausbildungswege der beruflichen Grundbildung sollten daher statistisch auch so aufgeführt werden. 

Hierzu ist kein Hinweis in der betreffenden Statistik «Wahl der Jugendlichen nach der Sekundarschule» im Bericht zu finden. Somit ist nicht klar, ob die Übertritte in die Handelsmittelschule und die Informatikmittelschule unter weiterführenden Schulen oder unter beruflicher Grundausbildung erfasst werden. Für die effektiven Zahlen über die Direktübertritte in weiterführende Schulen, ist dies aber definitiv wichtig zu vermerken, um ein echtes Bild über die Wahl der Schulabgänger nach der Sekundarschule zu erhalten.

Sandra Bothe-Wenk
Grossrätin Grünliberale Basel-Stadt
Wahlkreis Riehen

Seite 3 von 3

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén