Grossrätin Grünliberale Basel-Stadt

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Rechenschaftsbericht der GPK

Vor der politischen Sommerpause legt die Geschäftsprüfungskommission (GPK) dem Kantonsparlament ihren Rechenschaftsbericht vor, basierend auf ihrer Arbeit, die Staatstätigkeit umfassend zu überprüfen: von der Tätigkeit des Regierungsrats und der Verwaltung bis zu den Gerichtsbehörden und weiteren Trägern öffentlicher Aufgaben.

Im Namen der Grünliberalen habe ich zu den Empfehlungen der GPK bezüglich des Erziehungsdepartements zu folgenden Punkten Stellung genommen:

  • Lehrpersonenmangel
  • Psychische Gesundheit von Kinder und Jugendlichen
  • Berufslehre
  • Datenschutz

An dieser Stelle möchte ich mich herzlich bei den Mitgliedern meiner Fraktion und der Fachgruppe für das entgegengebrachte Vertrauen und die kontinuierliche Unterstützung bei meiner politischen Arbeit bedanken.


Grosser Rat 27. Juni 2024: Rechenschaftsbericht der Geschäftsprüfungskommission und Bericht zum Jahresbericht 2023 des Regierungsrats wurden vom Grossenrat Basel-Stadt zur Kenntnis genommen

Aus Sicht des Erziehungsdepartements ist der Fachkräftemangel an Schulen nicht dramatisch, hält der GPK-Bericht fest. Wir Grünliberalen können uns dieser Beurteilung so nicht anschliessen. So lange hier ein Monitoring fehlt, wie wir es bereits 2022 in einem überparteilichen Vorstoss gefordert habe, basiert diese Aussage auf Glauben statt auf Wissen. Nur wenn jährlich ausgewiesen wird, wie viele Fach- und Lehrpersonen ohne adäquate Ausbildung, ganz ohne Ausbildung oder mit ausländischem Diplom an den Schulen in Basel-Stadt unterrichten, können wir den Fachkräftemangel qualitativ und quantitativ tatsächlich beurteilen.

Die Tatsache, dass gemäss Jahresrechnung, der Personalaufwand an Schulen aufgrund überdurchschnittlich hoher Stellvertretungs-Kosten gestiegen ist, unterstreicht die Belastung an den Schulen und macht unserer Meinung nach deutlich, dass die Problematik des Lehrpersonenmangels in Basel-Stadt angekommen ist. Ebenso dass Schulleitungen oft keine Wahl mehr haben, wen sie anstellen möchten, sondern froh sind, wenn sie jemanden finden. Deshalb ist es zwingend notwendig, die effektive Situation durch das ED mittels Monitorings tatsächliche auszuweisen, worauf wir Grünliberalen in Zukunft bauen.

Die im Bericht angesprochene zunehmende psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen ist eine traurige und erschreckende Tatsache, die uns sprachlos macht. Auch die steigenden Verhaltensauffälligkeiten sind äusserst besorgniserregend. Es scheint unserer älteren Generation immer weniger zu gelingen, sich angemessen um die jüngere Generation zu kümmern – und das betrifft nicht nur den schulischen Bereich. Die langen Wartelisten für Therapieplätze sind ein deutliches Symptom dieses Problems. Besonders besorgniserregend finden wir Grünliberalen die Tatsache, dass vulnerable Kinder und Jugendliche darunter leiden. Für sie ist es besonders schwierig, ein angemessenes Therapieangebot zu finden.

Im Bericht benennt das Erziehungsdepartement neben der Belastung von Eltern die Rolle der Sozialen Medien als bedeutsame Ursache für die psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen, insbesondere von Mädchen. In der Konsequenz erwartet die GPK, dass das ED die psychische und psychosoziale Gesundheits-Prävention an den Schulen ernst nimmt und stärkt. Zu glauben, dass der Lehrplan 21 einschliesslich dem Fach «Medien und Informatik» einen wesentlichen Beitrag zur Verringerung der Belastungen durch Social Media leisten könnte, halte ich für gewagt, aber natürlich wünschenswert.

Wir Grünliberalen betonen jedoch klar, dass es nicht nur darum gehen kann, dass Schülerinnen und Schüler Kompetenzen erwerben, um sich selbst zu schützen und irgendwann angemessen mit sozialen Medien umzugehen. Vielmehr geht es darum, dass Kinder und Jugendliche aktiv geschützt werden.

Auch wenn dies nicht nur die Aufgabe der Schule ist, sondern auch der Eltern tragen wir alle gemeinsam eine gesellschaftliche Verantwortung gegenüber der jüngeren Generation. Smartphones, die jederzeit den unkontrollierten Zugang zu sozialen Medien erleichtern, sind zwar nicht der einzige Faktor, der die psychische Gesundheit sowie die Entwicklung von jungen Menschen beeinflusst. Aber Schulen können hier eine wichtige Vorbildfunktion übernehmen, indem sie den Kindern und Jugendlichen zumindest in der Schule eine Pause von ihrem Smartphone ermöglichen. Durch den Einsatz von Laptops, die heute allen Schülerinnen und Schülern an den Schulen zur Verfügung gestellt werden, kann ein verantwortungsvoller, bewusster und präventiver Umgang mit digitalen Technologien gefördert werden. Durch smarphonefreie Schulen in Basel-Stadt könnten wir zusätzlich sicherstellen, dass sich die Schülerinnen und Schüler wieder stärker auf ihre Bildung konzentrieren und reale soziale Interaktionen pflegen, was die Entwicklung essenzieller sozialer Kompetenzen fördert, die für das weitere Leben der Kinder und Jugendlichen von grosser Bedeutung sind. Dass diese Umsetzung möglich ist, beweisen bereits andere Länder, einige Schulen in der Schweiz und auch in Basel, die smartphonefrei unterwegs sind.
Ich zähle auf die Unterstützung des Erziehungsdepartements, um diese gesundheitsfördernde Massnahme zum Wohle der Kinder an allen Volksschulstandorten umzusetzen.

Bezüglich des Ansehens der Berufslehre und des dualen Bildungsweges unterstützen wir Grünliberalen die Empfehlung der GPK, die Berufslehre aktiv zu stärken. Wir müssen jedoch erkennen, dass hier ein tiefgehendes gesellschaftliches Problem vorliegt, denn trotz jahrelanger intensiver Bemühungen bleibt der aktuelle Erfolg aus. Die Entwicklung bedauern wir sehr, da sie tiefgreifende Auswirkungen auf die Gesellschaft hat, wie auch der aktuelle Fachkräftemangel zeigt.

Diesem Problem können wir als Gesellschaft begegnen, indem die Beiträge, welche alle jene jungen Menschen tagtäglich leisten, die eine Berufslehre absolvieren, auch angemessen anerkannt werden. Zudem müssen wir sicherstellen, dass diese jungen Leute während ihrer Lehrzeit bestmöglich begleitet und unterstützt werden. Etwa 20% der Auszubildenden brechen ihre Lehre ab, meistens im ersten Jahr. Die professionelle Unterstützung der Jugendlichen in dieser sensiblen Lebensphase ist entscheidend für ihren weiteren Berufsweg und einen trotz Anfangsschwierigkeiten – erfolgreichen Berufsabschluss. Zudem gilt es, die Ursachen für die Lehrabbrüche zu evaluieren und mit geeigneten Massnahmen abzufedern, um die Abbruchquote zu senken und den Jugendlichen einen besseren Start ins Berufsleben zu ermöglichen.

Wenn wir wollen, dass mehr Jugendliche den Ausbildungsweg über die Berufslehre einschlagen, anstatt über weiterführende Schulen, müssen wir die Bedeutung und Attraktivität der Lehre deutlich steigern und uns dafür einsetzen, die Ausbildungstitel grundsätzlich zu internationalisieren.

Dies würde insbesondere bei Eltern, die das duale Bildungssystem weniger kennen, zu einem besseren Verständnis und einer höheren Wertschätzung der Berufslehre führen.  Zudem würde es Berufsabgänger und später auch Fachhochschulabgänger bei internationalen Bewerbungen unterstützen. Heute müssen Berufsleute erklären, welchen Wert ihr Titel in der Schweiz hat. Es ist jedenfalls entscheidend, dass das ED gemeinsam mit der Wirtschaft Strategien entwickelt, um Eltern noch gezielt zu informieren und von den Vorteilen der dualen Ausbildung zu überzeugen.

Noch ein Wort zur Datensicherheit: Wir Grünliberalen unterstützen die Empfehlung der GPK, Schwachstellen dringend zu beseitigen. In einer schriftlichen Anfrage zur Umsetzung des revidierten Datenschutzgesetzes in den kantonalen Bildungsinstitutionen betone ich die Bedeutung eines kantonalen Dachkonzepts. Die Antworten der Regierung erwarte ich mit Spannung. Bereits jetzt anerkennen wir die Notwendigkeit einer Mehrfach-authenti-fizierung als Sicherheitsmassnahme für Mitarbeitende. Wie die GPK in ihrem Bericht betont, stellt diese Anforderung für Schülerinnen und Schüler jedoch eine Herausforderung dar. Die Nutzung von Mobiltelefonen an Schulen kann nicht verlangt werden und ist auch aus bereits genannten Gründen nicht sinnvoll. Wir Grünliberalen sind der Meinung, dass hier alternative Lösungen gefunden werden müssen.

Sandra Bothe-Wenk
Grossrätin Grünliberale Basel-Stadt
Wahlkreis Riehen


Online: Grosser Rat Basel-Stadt, Geschäft 24.5201 Rechenschaftsbericht der GPK

Bildquelle: www.bluewin.ch/de/newsregional/

Offene Kinder- und Jugendarbeit Basel: Staatsbeiträge

Grosser Rat 16. Mai 2024: Ratschlag betreffend Staatsbeiträge für die offene Kinder- und Jugendarbeit für die Jahre 2024 bis 2027 und Bericht der BKK: Das Parlament beschliesst die Umsetzung des Ratschlags gemäss BKK einstimmig.


Die Rolle der Offenen Kinder- und Jugendarbeit ist unverzichtbar. Die OKJA ist weit mehr als ein Freizeitangebot oder Jugendtreff – die Angebote der Trägerinstitutionen sind essenzielle Stützen bei der Entwicklung junger Menschen zu unabhängigen und verantwortungsbewussten Erwachsenen.

Es ist unsere Aufgabe sicherzustellen, dass diese Programme kontinuierlich den sich ändernden Bedürfnissen angepasst und wirksam weiterentwickelt werden, einschliesslich des Umgangs mit digitalen Lebenswelten. Die Angebote erreichen alle Kinder und Jugendlichen, unabhängig von ihrem sozialen oder kulturellen Hintergrund und dies ohne Mitgliedschaften oder andere Aufnahmebedingungen. In einer Welt, die zunehmend von digitalen Medien dominiert wird und in der Isolation eine immer grössere Rolle spielt, bietet die OKJA wichtige reale Treffpunkte.

Hier können Kinder und Jugendliche durch Gruppenaktivitäten und gemeinsame Projekte nicht nur zwischenmenschliche Interaktionen und Beziehungen pflegen, sondern auch Gemeinschaften bilden, ein Gefühl der Zugehörigkeit entwickeln und Freunde finden. Sie erhalten dabei Unterstützung von professionellen Fachkräften, die auf ihre spezifischen Lebenslagen eingehen, sei dies bei der Entwicklung von Konfliktlösungsstrategien über Hilfe bei Problemen in der Schule bis hin zur Beratung bei der Berufswahl oder der Bewältigung persönlicher sowie familiärer Herausforderungen. Dies beinhaltet auch die präventive Funktion der OKJA, die nicht zu unterschätzen ist. In einem geschützten Rahmen werden Themen wie Drogenkonsum, Medienkompetenz, Gewaltprävention, Diskriminierung und Rassismus adressiert, was langfristig zur Gesundheit und Sicherheit unserer Gesellschaft beiträgt. Die im BKK-Bericht vorgeschlagene verstärkte Zusammenarbeit mit Schulen, um bewusst Brücken zwischen dem schulischen und ausserschulischen Umfeld der Kinder und Jugendlichen zu schlagen, würde weitere Wege eröffnen, Lücken bei bestimmten Themen zu schliessen. Es ist eine vielversprechende Möglichkeit, um gemeinsame Herausforderungen effektiver anzugehen.

Die Aufstockung der Staatsbeiträge an die OKJA ist eine wertvolle Investition in die Zukunft der kommenden Generationen. Sie ermöglicht es jungen Menschen, mit den richtigen Werkzeugen und der nötigen Unterstützung zu starken Mitgliedern unserer Gesellschaft heranzuwachsen. Dabei ist die Arbeit und das Engagement der Mitarbeitenden in der OKJA für das gesellschaftliche Wohl von grosser Bedeutung und besonders hervorheben. Dies in Bezug auf die professionelle Herangehensweise und in Bezug auf die bedürfnisgerechte Weiterentwicklung der Angebote. Umso mehr ist zu betonen, wie wichtig es ist, dass die Trägerschaften ihren Mitarbeitenden eine Perspektive in ihrer Lohnentwicklung bieten können, um qualifiziertes Personal nicht nur zu gewinnen, sondern auch zu halten. Es ist bedauerlich, dass das Erziehungsdepartement keine klaren Empfehlungen zur kantonalen Einreihung der Gehälter und keine Empfehlung bezüglich der Einstufung zur Lohnentwicklung für Mitarbeitende der OKJA bereitstellt. Eine stärkere Unterstützung der Trägerschaften in diesem sensiblen Bereich ist wünschenswert. Die Löhne der Mitarbeitenden privater Träger in der Tagesbetreuung sowie in schulexternen Tagesstrukturen werden vom Erziehungsdepartement bereits empfohlen. Vor diesem Hintergrund bin ich überzeugt, dass auch für die OKJA eine praktikable Lösung gefunden werden kann.

Ich war überrascht festzustellen, dass das Konzept der Offenen Kinder- und Jugendarbeit seit 2006 unverändert geblieben ist, obwohl sich die Lebenswelten der Kinder und Jugendlichen seitdem grundlegend gewandelt haben. Es ist unerlässlich, dass eine flexible, den modernen Anforderungen entsprechende Strategie entwickelt wird und sie sich in einem Konzept niederschlägt, dass regelmässig überarbeitet und angepasst wird. Dies um die Arbeit der Einrichtungen und die damit verbunden Leistungsaufträge fortlaufend zu optimieren und inhaltlich relevant zu gestalten. Für die Zukunft ist eine verstärkte Zusammenarbeit und ein gewinnbringenderer Austausch zwischen den Trägerinstitutionen der OKJA und dem Erziehungsdepartement anzustreben.

Noch eine kurze Bemerkung zum Verein junge Kultur: Obwohl die Ankündigung der Schliessung des Sommercasinos zutiefst bedauerlich ist, hat der Verein transparent dargelegt, dass dieser Schritt unter Berücksichtigung aller Umstände notwendig war. Das Engagement der Verantwortlichen des Vereins für die Übernahme der Verantwortung für unpopuläre Entscheidungen auch in schwierigen Zeiten ist verdankenswert. Gleichzeitig unterstütze ich, dass Ansinnen der Auslegordnung und Überarbeitung des Betriebskonzepts für ein neues Jugendhaus einschliesslich der Überprüfung und Klärung, welche Bedeutung wir als Kanton dem jugendkulturellen Schaffen beimessen und inwieweit wir es fördern und weiterentwickeln wollen. Darunter fällt auch die Art und Weise der Zusammenarbeit mit der Verwaltung und der Austausch darüber, welches Departement zukünftig für den Verein zuständig sein soll.

Sandra Bothe-Wenk
Grossrätin Grünliberale Basel-Stadt
Wahlkreis Riehen


Online: Grosser Rat Basel-Stadt, Geschäft 23.0823: https://grosserrat.bs.ch/ratsbetrieb/geschaefte/200112945

 

Erasmus+ stärkt unsere Jugend und Wirtschaft

Grosser Rat, 17. April 2024: Wir Grünliberalen setzen uns für die vollständige Wiederaufnahme der Schweiz als assoziiertes Mitglied im Erasmusprogramm ein und sind dem Parlament gefolgt. Die Standesinitiative wurde einstimmig überwiesen.


Insbesondere als Land mit einem dualen Bildungssystem würde die Schweiz nicht nur auf Hochschulebene vom Programm Erasmus+ profitieren.  Durch vielfältige Komponenten trägt Erasmus+ zur Entwicklung eines umfassenden Bildungs- und Austauschsystems bei, das weit über den traditionellenStudentenaustausch hinausgeht.

Die Bildungsmöglichkeiten sind breit angelegt: Auch Schüler und Schülerinnen, Auszubildende, Lehrpersonal, Freiwillige und Praktikanten und Praktikantinnen profitieren von den Mobilitäts- und Kooperationsmöglichkeiten. Das Programm unterstützt auch Projekte und Partnerschaften im Bereich des Breiten- und Leistungssports und die Jugendarbeit profitiert durch die einfachere Teilnahme an internationalen ausserschulischen Projekten, was junge Menschen nachhaltig befähigt.

Die kollektive oder individuelle Teilnahme an diesem Programm stärkt unsere Jugend und damit unsere Wirtschaft und unser Gemeinwesen. Es schafft lebenslange Lern- und Entwicklungschancen für Menschen aller Altersgruppen.

Auch wenn wir ausserhalb von Erasmus+ über zahlreiche bilaterale Austauschprogramme verfügen, bietet die Teilnahme am Erasmus+ Programm zusätzliche Möglichkeiten, die die Bildungslandschaft der Schweiz und von unserem Kanton bereichern und stärken können. Es geht also um die Chance, durch Erasmus+ zusätzliche Vorteile für unsere Bürger und Bürgerinnen zu realisieren.

Die Vollmitgliedschaft eröffnet uns einfacher Wege für Lernende und Lehrende, um durch Austauschprogramme internationale Erfahrungen zu sammeln, Kompetenzen zu erweitern, Sprachkenntnisse zu verbessern und ein tiefgreifendes kulturelles Verständnis zu entwickeln. Diese Erfahrungen sind überaus wertvoll in einer globalisierten Welt, in der interkulturelleKompetenz und Flexibilität zunehmend gefragt sind. Darüber hinaus profitieren unsere Studierenden von mehr europäischen Uni-Optionen und weniger Bürokratie und Planungsaufwand! Dafür können sie mehr Internationale Lernerfahrungen machen und ihre interkulturellen Skills ausbauen.

Ich erkenne durch die Vollmitgliedschaft bei Erasmus+ nur Gutes für die Schweiz und für unsere Region. Das Programm stellt Weichen für eine erfolgreiche Zukunft unserer Jugend, hebt die Qualität unseres Bildungssystems und festigt die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz und die Karrierechancen unserer Jugend. Für Basel-Stadt bedeutet dies einen unmittelbaren Gewinn, der unseren Status als herausragenden Bildungs- und Forschungsstandort stärkt und optimale Entwicklungschancen in der Berufsbildung fördert.

Die Grünliberalen sprechen sich ganz grundsätzlich für eine verstärkte und vertiefte Zusammenarbeit mit Europa aus. Die Rückkehr zur vollständigen Teilnahme an den Programmen von Erasmus+ und aber auch Horizon Europe würde die Schweiz, und insbesondere Basel mit seinen renommierten Forschungseinrichtungen, in eine vorteilhafte Position versetzen, um wissenschaftliche Exzellenz zu fördern, bedeutende Forschung zu unterstützen und die internationale Kooperation zu intensivieren. Durch die erhöhte Attraktivität der Schweizer Forschung ziehen wir internationale Talente an und stärken  dadurch unsere internationale Stellung. Wir können besser zur Lösung globaler Herausforderungen beitragen und innovative Lösungen für die drängenden Fragen unserer Zeit entwickeln.

Erasmus+ ist aber nicht nur ein Fenster für unsere Schüler und Schülerinnen, Lehrlinge und Studierende nach Europa, es ist auch ein Schaufenster für Basel. Einige der Erasmus+ Teilnehmenden werden künftige Polit- und Wirtschaftsführer sein. Es ist eine einzigartige Chance für Basel bei diesen künftigen Verantwortungsträgern auf dem Radar zu erscheinen. In ihren künftigen Entscheidungen wird Basel eine Rolle spielen und immer eine Option sein, egal ob bei Firmenansiedlungen, dem persönlichen Umzug nach Basel oder der Unterstützung unseres Kantons im internationalen Wettbewerb.

Auslandaufenthalte prägen das Leben und wir wollen nicht nur in guter Erinnerung bleiben, sondern überhaupt erst in die Auswahl kommen. Indem wir uns für die vollständige Teilnahme bei Erasmus+ einsetzen, investieren wir direkt in die Zukunft unserer und der kommenden Generationen.

Ich bin überzeugt, dass dies der richtige Weg ist und konnte dies in einem Kurzinterview mit Nau.ch darlegen.

Zum Artikel geht es hier online: Erasmus+ stärkt unsere Jugend und Wirtschaft

Sandra Bothe-Wenk
Grossrätin Grünliberale Basel-Stadt
Wahlkreis Riehen


Bildquelle: https://www.economiesuisse.ch/de/artikel/10-fragen-zu-erasmus

Zukunftsgerechte Schulinfrastruktur

Grosser Rat 10. Aprl 2024: Ausgabenbewilligung für die Erweiterung und Sanierung der Primarschule Christoph Merian, Bericht der BRK und Mitbericht der BKK: Das Parlament beschliesst die Umsetzung des Ratschlags der Regierung mit 90 Ja zu 0 Nein Stimmen.
Ausgabenbewilligung für den Bau der Neubauten Primarschule Walkeweg sowie Übertragung der Schulhausparzelle vom Finanz- ins Verwaltungsvermögen (Widmung), Bericht der BRK: Das Parlament beschliesst die Umsetzung des Ratschlags der Regierung mit 80 Ja zu 11 Nein Stimmen. 


Es steht ausser Frage, dass wir dringenden Bedarf an mehr Schulraum haben. Es ist ja kein Geheimnis, dass der aktuelle Mangel an Schulraum sowohl für die Schülerinnen und Schüler als auch für die Lehrkräfte eine erhebliche Belastung darstellt.

Deshalb müssen wir dringend vorwärts machen. Wir Grünliberalen sprechen uns denn auch für die Erweiterung und Sanierung der Primarschule Christoph Merian aus. Es ist höchste Zeit das Provisorium von 1998 zu ersetzen. Wir setzen uns ebenso für den Neubau am Walkenweg ein. Das Projekt überzeugt, was die nachhaltige Bauweise betrifft.

Eine optimale Lernumgebung ist essenziell, um Bildung auf hohem Niveau zu gewährleisten, und genau hier stossen wir ganz grundsätzlich in Basel-Stadt auf eine fundamentale Hürde. Ein unzureichendes Raumangebot beeinträchtigt nicht nur die Bildungsqualität, sondern auch das Wohlbefinden und die Entfaltungsmöglichkeiten unserer Schülerinnen und Schüler. Es schränkt die Vielfalt der Lehrmethoden ein und hindert die Lehr- und Fachpersonen daran, individuell auf die Bedürfnisse der Klasse und jedes Einzelnen optimal eingehen zu können. Darüber hinaus erschwert es die wichtige Aufgabe der Lehrkräfte, ein anregendes und förderndes Lernklima zu schaffen.

Diese Punkte liefern Argumente, um den beiden Ratschlägen der Regierung zuzustimmen und die Bauprojekte jetzt umzusetzen. Eine zukunftsgerichtete Schulinfrastruktur umfasst aber vielfältige pädagogischen Aspekte. Deshalb möchte ich unsere Bedenken hinsichtlich der aktuellen Herangehensweise an die Planung und Umsetzung von Schulhausprojekten darlegen. Aus meiner Sicht liegt die Problematik darin, dass Anforderungen und spezifische Bedürfnisse der integrativen Schule, wie die Einrichtung von Lerninseln sowie genügend Räume für spezielle Förderung zum Beispiel in Fördergruppen oder Förderklassen in den Schulhausplanungen vernachlässigt werden. Dass der Antrag bezüglich der Rückweisung in der Bildungs- und Kulturkommission (BKK) gerade deswegen mehrheitlich angenommen wurde, spricht Bände über die Unzufriedenheit.Ein ernsthaftes Interesse an der Verbesserung der schulischen Situation für Schülerinnen, Schüler und Schulpersonal ist unerlässlich. Dies sollte nicht nur Investitionen in Integrationsmassnahmen umfassen, sondern auch den aktiven Einbezug relevanter Fachkräfte in die Planungsprozesse neuer Bauvorhaben. Entscheidend ist dabei die Einbindung des Lehrpersonals, dessen Erfahrungen zur Gestaltung optimaler Lernumgebungen beitragen können.

Es ist mir deshalb wichtig meiner Besorgnis Ausdruck zu verleihen, dass bei den vorliegenden Projekten ohne eine klare Vorstellung darüber gebaut wird, ob die Schulhausbauten den zukünftigen pädagogischen Anforderungen im Hinblick auf die Bedürfnisse der integrativen Schule gerecht werden können.

Schon vor der Einreichung der Förderklasseninitiative war bekannt, dass viele Schulstandorte bezüglich der integrativen Beschulung unter Platzmangel leiden und zusätzlichen Raum benötigen, um angepasste Lernumgebungen für Schülerinnen und Schüler zu schaffen. Daher ist es nicht stichhaltig, wenn die Regierung behauptet, dass die Bauplanungen ohne Berücksichtigung der bereits bekannten Bedürfnisse der integrativen Schule und der Anforderungen durch die Förderklasseninitiative, und damit verbunden der Gegenvorschlag der Regierung, durchgeführt wurden. Diese Argumentation erscheint vielmehr als ein Versuch, die Vernachlässigung der tatsächlichen Anforderungen an modernen Schulraum zu rechtfertigen.

Ein weiterer in der BKK diskutierter Aspekt betrifft die Grösse des Campus Gellert. Die Primarschule Christoph Merian mit neu 18 Klassen ist Teil davon. Mit insgesamt 36 Klassen und zwei Kindergartenklassen wird ein sehr grosser Standort mit rund 800 Kindern realisiert. Damit wird eine Situation geschaffen, wo sich viele Schülerinnen und Schüler nicht mehr persönlich kennen. Ich bin der Ansicht, dass damit die ideale Grösse für Schulstandorte, die eine enge Gemeinschaft und individuelle Betreuung ermöglicht, deutlich überschritten wird, obwohl es von grosser Wichtigkeit wäre, dass die Konzeption der Schulhäuser Strukturen schaffen, die nicht nur den räumlichen, sondern auch den sozialen und pädagogischen Bedürfnissen der jungen Kinder gerecht werden.

Der Umstand gilt insbesondere auch für die Tagesstrukturen. Die hohe Anzahl der Kinder führt zu sehr grossen Herausforderungen für die Fachpersonen in ihrem Betreuungsalltag. Dies auch unter dem Aspekt, dass die Tagesstruktur ebenfalls den integrativen Ansatz verfolgt und die Fachkräfte auf individuelle Bedürfnisse der Kinder eingehen müssen.  Die Kinder, die am Mittagstisch und in den Modulen der Nachmittagsbetreuung ihre Freizeit gemeinsam verbringen, werden täglich in neuen Gruppen zusammengestellt. Dies steht im Kontrast zum Schulunterricht am Vormittag, der in festen Klassen erfolgt. Es ist jedoch essenziell für die positive Entwicklung der Kinder, dass sie auch in ihrer Freizeit eine Gemeinschaft bilden, in der sie sich gegenseitig kennen und wohlfühlen.

Kurzum – Es ist wichtig, dass die Planung von Schulbauten mit einem klaren Fokus auf die Bedürfnisse und die Funktionalität für ihre Nutzer erfolgt, wobei die Einbindung von Lehr- und Fachpersonal unerlässlich ist. Es muss unser Ziel sein, genug Schulraum zu schaffen, der den Anforderungen der Menschen, die den Raum täglich nutzen, gerecht wird. Es ist ihr Rahmen, in dem Lernen, Arbeiten, Betreuen und Freizeit stattfinden, der Möglichkeiten bietet und gleichzeitig Grenzen setzt.

Letztendlich müssen wir uns vor Augen halten: Eine Schule ist nicht nur ein Gebäude, sondern der Nährboden für die nächste Generation – planen wir sie weise.

Sandra Bothe-Wenk
Grossrätin Grünliberale Basel-Stadt
Wahlkreis Riehen


Online: Grosser Rat Basel-Stadt, Geschäft 23.0450: Ausgabenbewilligung für die Erweiterung und Sanierung der Primarschule Christoph Merian: https://grosserrat.bs.ch/ratsbetrieb/geschaefte/200112637

Online: Grosser Rat Basel-Stadt, Geschäft 23.1067: Ausgabenbewilligung für den Bau der Neubauten Primarschule Walkeweg sowie Übertragung der Schulhausparzelle vom Finanz- ins Verwaltungsvermögen (Widmung): https://grosserrat.bs.ch/ratsbetrieb/geschaefte/200112665

Bildquelle: Ratschläge der Regieung

 

 

Bessere Durchmischung der Schulklassen

Grosser Rat 13. März 2024: Anzug Edibe Gölgeli und Konsorten betreffend eine bessere Durchmischung der Schulklassen für mehr Chancengerechtigkeit, Schreiben des Regierung. Das Parlament schreibt den Vorstoss knapp ab mit 47 Ja zu 45 Nein Stimmen. 


Die GLP spricht sich für das Abschreiben des Vorstosses aus, auch wenn jüngste Erhebungen wie der schweizerische Nachbarschaftsindex offenlegen, dass insbesondere in den Deutschschweizer Städten einschliesslich Basel, eine grosse Segregation besteht. Dies spiegelt sich in unseren Quartiersschulen wider, wo die Herkunft eines Kindes, die Fremdsprachigkeit und der Bildungsstand der Eltern über dessen Bildungschancen zu entscheiden scheinen. Es herrscht sicher im Parlament Konsens darüber, dass jedes Kind das Recht auf ausgezeichnete Bildung hat und darauf, sein Potential zu entfalten.

Die Frage also, die sich die GLP stellte, ist, ob sich die Bildungslaufbahn eines Kindes auf den Herkunftseffekt konzentrieren sollte. Dabei wird nämlich übersehen, dass die Schule selbst, der Unterricht und die Lehr- und Fachkräfte einen erheblichen, kompensatorischen Einfluss auf die Schulleistungen der Kinder haben. Die Forschung unterstreicht zudem die Notwendigkeit, stereotype Erwartungen und ihre Effekte kritisch zu betrachten.

Die Lösung liegt für uns nicht im Einsatz von Technologie, die die Herkunftseffekte in den Mittelpunkt rücken und nichts zur Minderung der Bildungsungleichheit beiträgt. Für uns liegt der Schlüssel in der Praxis und der pädagogischen Grundhaltung. Denn wenn wir den Zusammenhang zwischen Herkunft und Bildungserfolg überbetonen, verstärken wir ihn ungewollt und erreichen genau das Gegenteil: Statt Herkunft zu überwinden, lassen wir zu, dass sie die Bildungskarrieren der Kinder bestimmt, anstatt ihre individuellen Leistungen in den Vordergrund zu stellen. Dabei sollte jedes Kind unabhängig von seiner Herkunft als Schüler oder Schülerin betrachtet werden, mit seinen Fähigkeiten, seinen Möglichkeiten und seinem individuellen Potential und es sollte die Unterstützung erhalten, die es benötigt.

Ein weiterer nicht unwichtiger Aspekt ist die Tatsache, dass Eltern schulpflichtiger Kinder sich bemühen, bestimmten Quartieren zu entfliehen, sobald es die sozioökonomischen Möglichkeiten zulassen. Der Einsatz eines Computertools, würde diese Bemühungen teilweise unterwandern, was zu einer Zunahme von Rekursen bei der Volksschulleitung führen wird. Dieser Effekt konnte schon einmal beobachtet werden, als Einzugsgebiete verändert wurden. Der langfristige Fokus sollte denn auch dringend bei der Stadtentwicklung liegen. Sie soll die soziale Durchmischung mit einer gezielten Wohnbaupolitik direkt in den Wohnquartieren zum Ziel haben.

Die GLP ist der Ansicht, dass der Schlüssel zur Überwindung der Bildungsungleichheit in einer ganzheitlichen Betrachtung liegt, die über die Einführung neuer Computertools hinausgehen. 

Eine Umverteilung von Kindern schafft keine besseren Schulen und damit nicht mehr Chancengerechtigkeit

Chancengleichheit schaffen wir, indem wir die Grundursachen der Ungleichheit angehen. Das heisst, dass wir gemeinsam dafür sorgen müssen, dass jedes Kind die Möglichkeit erhält, sich gemäss seinem Potenzial zu entwickeln – unabhängig von seiner Herkunft.

Hierzu brauch es konkrete Massnahmen. Wir sollten uns deshalb mit Fragen beschäftigen, die tatsächliche einen Beitrag zu mehr Chancengerechtigkeit leisten wie:

  • Erreichen genügend Ressourcen die Schulstandorte mit einem hohen Anteil an multikulturellen Schülerinnen und Schülern?
  • Werden die zugeteilten Mittel effektiv eingesetzt, um die Leistung aller Schüler zu verbessern?
  • Stimmen die Parameter bei der Verteilung der Fördermittel?

 

Sandra Bothe-Wenk
Grossrätin Grünliberale Basel-Stadt
Wahlkreis Riehen


Online: Grosser Rat Basel-Stadt, Geschäft 21.5425 Antwort der Regierung:
https://grosserrat.bs.ch/ratsbetrieb/geschaefte/200111077

Bildquelle: www.tagblatt.ch/ostschweiz/toggenburg/schulraumplanung

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