Grossrätin Grünliberale Basel-Stadt

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Smartphone freie Schulen: Schutz für Bildung und Gesundheit

Das vorweg: Der Regierungsrat beantwortet meine schriftliche Anfrage zur Handy freien Schule und schiesst am Ziel vorbei: 

Online zur Antwort des Regierungsrat

Fakt ist: Es geht darum, eine kantonal einheitliche Richtlinie für den Umgang mit Smartphones während der Schulzeit im Unterricht und in den Pausen zu etablieren, nicht um ein generelles Handy-Verbot. Der Unterschied zwischen einer Regelung und einem Verbot ist hierbei entscheidend. Eine Regelung legt fest, wann und wie Smartphones genutzt werden, ohne sie vollständig zu verbieten oder zu „verteufeln“. Ich habe mir vom Regierungsrat eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Anliegen erhofft.

Nina Fargahi berichtet in der Basler Zeitung über eine Schule, die bereits handyfrei ist – und die Teenager sind begeistert: zum Artikel Ich äussere mich wie folgt:


Notiz: Der Regierungsrat verkennt die Zeichen der Zeit und entzieht sich meiner Meinung nach seiner Verantwortung in Bezug auf die Nutzung von Smartphones an Schulen. Eine klare Strategie, die sowohl schulische als auch elterliche Verantwortlichkeiten einbezieht und benennt, ist entscheidend, um die psychische Gesundheit und die Bildung unserer Schülerinnen und Schüler zu schützen. Andere Länder haben bereits Massnahmen ergriffen – es ist höchste Zeit, dass auch Basel-Stadt handelt.

Obwohl die Hauptverantwortung für die ausserschulische Nutzung bei den Erziehungsberechtigten liegt, tragen die Schulen die Verantwortung für die Regelung über die Nutzung der persönlichen Handys während der Präsenzzeit der Schülerinnen und Schüler. Schulen nehmen durch Verhaltensrichtlinien aktiv Einfluss auf die Medienvermittlung, -erziehung und -begleitung der Schülerinnen und Schüler. Wenn die Regelung an Schulen lediglich vorsieht, Smartphones vorübergehend einzuziehen, wenn sie den Unterricht stören, werden weder Ablenkungen der Schülerinnen und Schüler effektiv minimiert noch die Konzentration gesteigert oder die sozialen Interaktionen in den Pausen gefördert.

Mir geht es vor allem um den unkontrollierten Zugang zu Social Media mittels Handy während der Präsenzzeit der Kinder und Jugendlichen. Schliesslich schauen wir Erwachsene auch nicht während der Arbeit Netflix-Serien und erwarten, die gleiche Arbeitsleistung erbringen zu können oder uns gleichzeitig mit unseren Kolleginnen und Kollegen angeregt zu unterhalten.

Die Robert Bosch Stiftung hat die Kernpunkte der PISA-Studie 2022 zur Handynutzung bei Jugendlichen in Deutschland ausgewertet. Die Ergebnisse sind eindeutig:

  1. Ablenkung durch Smartphones: Bereits 2017 zeigte die „Brain-Drain“-Studie, dass die blosse Anwesenheit eines Smartphones kognitive Ressourcen beansprucht und ablenken kann. Diese Erkenntnis wurde durch eine Metaanalyse von 22 Studien bestätigt.
  2. Erreichbarkeitsdruck: Die PISA-Daten von 2022 deuten darauf hin, dass nicht unbedingt das Handy selbst ablenkt, sondern der Druck, immer erreichbar zu sein. Jeder dritte Jugendliche wird nervös, wenn das Handy nicht in Reichweite ist, bei den Mädchen sind es 40%.
  3. Handynutzung im Unterricht:
    • Jeder vierte Jugendliche schaltet die Handy-Benachrichtigungen während des Unterrichts nie oder fast nie aus.
    • Allerdings schaltet jeder zweite Jugendliche die Benachrichtigungen immer aus und schneidet im Schnitt um 19 PISA-Punkte besser ab als der Durchschnitt, was einem Lernfortschritt von etwa einem halben Schuljahr entspricht. Vor allem leistungsschwache Schülerinnen und Schüler profitieren.
  4. Druck und Ablenkung durch Nachrichten:
    • Etwa jeder vierte Jugendliche verspürt Druck, während des Unterrichts auf Nachrichten zu antworten.
    • Ähnlich viele fühlen sich durch Mitschülerinnen und Mitschüler, die digitale Geräte nutzen, abgelenkt.

Angesichts der Ergebnisse, die auf die potenziellen Risiken für die Gesundheit und das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen hinweisen, ist es unverständlich, dass sich der Regierungsrat nicht stärker für eine smartphonefreie Schulenkultur einsetzt, obwohl die negativen Auswirkungen auf die Gesundheit und die Bildungsqualität gut dokumentiert sind. Andere Länder wie Frankreich, Holland, Italien, England, Norwegen und Finnland haben bereits Massnahmen ergriffen, und in Österreich fordert die Lehrergewerkschaft eine handyfreie Schule.

Die Annahme, dass smartphone freie Schulen keinen Beitrag zur besseren Entwicklung der Schülerinnen und Schüler leisten, weil die Nutzung digitaler und sozialer Medien grösstenteils ausserhalb des Unterrichts stattfindet, entbindet die Volksschulen von Basel-Stadt nicht von ihrer Verantwortung und Vorbildfunktion im gesellschaftlichen Kontext.

Eine gemeinsame Haltung wie die handyfreie Schule, die transparent und für alle Parteien (SuS, Eltern, Schule) nachvollziehbar und deshalb akzeptierbar ist, würde dennoch die Flexibilität bieten, innerhalb dieser Richtlinien eigene Lösungen an Schulstandorten umzusetzen und besondere Umstände einzubeziehen. Eine smarphonefreie Schulkultur verstehe ich denn auch nicht als generelles Handyverbot und sie betrifft auch nicht die freiwilligen Angebote an Schulen wie der Besuch der familien- und schulergänzenden Tagesstrukturen. Für dieses Angebot wünsche ich mir eine gute fachliche, aufklärende Begleitung für die Schülerinnen und Schüler im Umgang mit dem Smartphone.

Wenn Schulen nur teilautonome Empfehlungen zur altersgerechten Nutzung persönlicher Mobiltelefone und zum Umgang mit Social Media abgeben, wird die Verantwortung vollständig auf die Schülerinnen und Schüler abgewälzt. Diese sind oft noch nicht in der Lage, diese Herausforderungen zu bewältigen, und werden dadurch mit schwierigen Situationen allein gelassen.

Obwohl Eltern für die digitale Erziehung und gesunde digitale Gewohnheiten ihrer Kinder hauptverantwortlich sind und als Vorbilder agieren müssen, müssen wir als Gesellschaft verstehen und akzeptieren, dass viele Eltern mit diesen Herausforderungen und deren Auswirkungen auf ihre Kinder ebenso überfordert sind. In der Folge ist es entscheidend, dass Schulen handeln und ihre Verantwortung wahrnehmen, um junge Menschen in einer digitalisierten Welt wirksam zu begleiten und negative Auswirkungen zu minimieren.

Deshalb setze ich mich zusammen mit der Fachgruppe Bildung und Familie der Grünliberalen für kantonal einheitliche Richtlinien ein, die eine smartphonefreie Schulkultur während des Unterrichts und in den Pausen für alle Schülerinnen und Schüler der Volksschule in Basel-Stadt gewährleistet.

Einheitliche Richtlinien legen fest, wie und wann das Smartphone akzeptabel oder unakzeptabel ist und kann spezifische Umstände und Ausnahmen enthalten. Aber sie sorgen dafür, dass alle Schülerinnen und Schüler möglichst gleiche Voraussetzungen haben. Diese Konsistenz trägt dazu bei, den Schulalltag besser zu strukturieren und die Organisation sowohl für Lehrkräfte als auch für Eltern zu erleichtern und eine weitere Grundlage für Chancengleichheit und ein harmonisches, lernförderndes Schulumfeld zu schaffen.

Sandra Bothe-Wenk
Grossrätin Grünliberale Basel-Stadt
Wahlkreis Riehen


Bildquelle: Basler Zeitung, Foto Urs Jaudas

Erweiterter Gegenvorschlag zur Förderklassen-Initiative

Die BKK empfiehlt die «Förderklassen-Initiative» zur Ablehnung und ergänzt das regierungsrätliche Massnahmenpaket

Ausgehend von dem vorgeschlagenen Massnahmenpaket der Regierung hat die Bildungs- und Kulturkommission (BKK) einen politisch mehrheitlich getragenen Gegenvorschlag zur Verbesserung der integrativen Schule ausgearbeitet und in der Konsequenz die Förderinstrumente um zwei wichtige Punkte ergänzt: 1) Doppelbesetzung 2) Förderklassen.

Der erweiterte Vorschlag der BKK bietet Möglichkeiten vielfältiger Förderung von Kindern und Jugendlichen, um den einzelnen Schulen einen pädagogisch bedürfnis- und bedarfsgerechten Handlungsspielraum zu ermöglichen. Dem nun vorliegenden Kompromiss kann die Grünliberale Fraktion zustimmen. Es war keine Option, wieder Förder-Kleinklassen einzuführen, die von einer eigenständigen Leitung mit voller Führungskompetenz geführt werden. Diese Organisationsstruktur könnte den Grundsatz „Integration vor Separation“ verletzen. Zudem können wir es nicht unterstützen, wenn Schülerinnen und Schüler aufgrund ihres auffälligen Verhaltens separiert werden, ohne die Ursachen dieses Verhaltens im schulischen Kontext zu untersuchen und zu identifizieren. Die steigende Anzahl verhaltensauffälliger Kinder korreliert mit den Reformen und neuen Unterrichtsformen. Eine solche Vorgehensweise würde lediglich Symptome bekämpfen und wäre zulasten derjenigen Kinder und Jugendlichen, die immer weniger ins schulische System passen.

Für uns Grünliberale war zentral, dass ein ausgewogener Gegenvorschlag sowohl von den Schulleitungen Basel-Stadt als auch vom Lehrpersonenverband (FSS) unterstützt wird. Nur wenn Schulleitungen und Lehrkräfte die nun vorgeschlagenen Massnahmen gemeinsam tragen, können Kinder und Jugendliche davon profitieren. Letztendlich sind es jedoch die Lehrkräfte, die die Fördermassnahmen im Klassenzimmer umsetzen und mittragen müssen.

Die Auswertung des Konsultationsbericht der Regierung vom 17. Mai 2023 zu den  „Massnahmen zur Verbesserung der integrativen Volksschule Basel-Stadt“  durch die KSBS zeigte, dass insbesondere die Konzeption von Förderklassen versus Fördergruppen stark umstritten war. Zur KSBS Vernehmlassungsantwort und Umfrage vom 7. Juli 2023.

Dass durch die Initiative pädagogisch äusserst relevante Entscheidungen an die Politik delegiert wurden – wie die Frage, welches Setting den grösseren Lernerfolg, die Chancengleichheit für Kinder und Jugendliche sowie die Einhaltung ethischer Grundsätze gewährleisten kann – empfand ich persönlich bei unserer Arbeit in der BKK als eine sehr grosse Herausforderung. Ausser Frage hingegen stand, dass angesichts der angespannten Lage an den Schulen eine Anpassung der integrativen Schule durch ein breites Spektrum an Fördermassnahmen dringend notwendig war.

Den Grünliberalen ist bewusst, dass die Vielzahl der nun vorgeschlagenen Masnahmen auch Nachteile mit sich bringen kann, da sie die Komplexität der Situation nicht verringern und auf bestimmten Voraussetzungen basieren, die nicht unbedingt gegeben sind: Der Fach- und Lehrpersonenmangel ist gravierend, die Räumlichkeiten an einzelnen Schulstandorten fehlen weiterhin, und ob sich eine Beruhigung des Unterrichts einstellt, muss sich erst noch zeigen.

Folgende Punkte heben wir hervor:

  1. Wir begrüssen den Entscheid, dass in der One-Pool-Lösung nur die Förderressourcen abgedeckt sind und die Ressourcen für die Logopädie und Psychomotorik nicht darunterfallen.
  2. Wir erachten ein pädagogisch erarbeitetes kantonal gültiges Dachkonzept für Fördermassnahmen als unerlässliches Arbeitsinstrument für die Schulstandorte. Es soll die Schulen dabei unterstützen, innerhalb der gesetzten Leitplanken ihren eigenen Weg zu finden, ohne dabei mit zu viel administrativem Aufwand konfrontiert zu werden.
  3. Wir stehen den Fördergruppen im Schulalltag insofern kritisch gegenüber, als dass deren Umsetzung schwer vorstellbar ist. Dies betrifft sowohl die zielgerichtete Förderung von lernschwachen Schülerinnen und Schülern (Beruhigung des Unterrichts) als auch den administrativen und organisatorischen Aufwand für Klassenlehrpersonen, der zu einer übermässigen beruflichen Belastung führen kann (Pensenlegung / Mehraufwand für Team-Absprachen). Dies widerspricht dem Bestreben, diese Belastung zu minimieren.
  4. Wir befürworten Förderklassen, wenn die Kinder dabei beschult werden, die darin am besten aufgehoben sind. Wir sind der Meinung, dass dies hauptsächlich Kinder mit einer Lernstörung sind, kognitiven Einschränkungen sowie Kinder mit einer Hörbeeinträchtigung und/oder Sprach-Erwerbsstörung. Sie brauchen eine intensivere, entwicklungs- und fähigkeitsadäquate Förderung in einer kleinen Gruppe, begleitet von geschulten Heilpädagoginnen und Heilpädagogen.
  5. Wir fordern die Einführung geeigneter Fördermassnahmen auf Sekundarstufe und die strikte Einhaltung des Zeitplans zur Erarbeitung von Entlastungsmassnahmen für das Schuljahr 2025/26.
  6. Wir befürchten, dass aufgrund des Lehrpersonenmangels und der mangelnden Schulräume das vorgestellten Massnahmenpaket in der integrative Schule nicht in jenem Ausmass umgesetzt werden kann, wie dies sinnvoll wäre.

Sandra Bothe-Wenk
Grossrätin Grünliberale Basel-Stadt
Wahlkreis Riehen

Bildquelle: https://www.volksschulen.bs.ch/schulsystem/integrative-schule.html

Smartphonefrei durch die Schule

Bildschirmzeit von Kinder und Jungendlichen beschäftigt die Basler Politik. Themenbeitrag Regionaljournal BS/BL SRF, moderiert von Nina Gygax, 

hier online hören: 

Notiz zu den Beiträgen: Ich habe mich sehr gefreut, dass mein Vorstoss betreffend handyfreie Schule zu einem Themenbeitrag im Regiojournal geführt hat, finde aber, dass der Beitrag im Abendjournal meinem politischen Anliegen nicht gerecht wird. Der Hinweis der Fachexpertin auf die Notwendigkeit, Schülerinnen und Schüler im Umgang mit sozialen Medien zu schulen, ist hingegen unumstritten. Doch die Frage, warum Schulen nicht smartphonefrei sein sollten, bleibt offen, obwohl Schüler und Schülerinnen ab der 5. Klasse Laptops erhalten. Eine handyfreie Zeit in der Schule setzt den Fokus auf Bildung, Gesundheit und persönliche Entwicklung, was im Kern die Aufgabe unserer Schulen ist. Höchste Zeit, dass wir aktiv handeln und die gesellschaftliche Verantwortung gegenüber den Kindern und Jugendlichen wahrnehmen, damit sie gesund in der digitalen Welt aufwachsen.

Mein Vorstoss für eine smartphonefreie Schule hat eine unglaubliche Resonanz erzeugt und ausschliesslich positive Rückmeldungen hervorgerufen. Ich habe mich sehr über die breite Unterstützung gefreut. Lehrkräfte und Eltern haben sich gleichermassen bei mir gemeldet und sind dankbar, dass dieses Thema in den öffentlichen Fokus gerückt wird. Die Herausforderung, den unkontrollierten Zugang zu den sozialen Netzwerken, insbesondere auch durch Smartphones, zu bewältigen, zählt zu den grössten unserer Zeit. In einer Welt, in der digitale Technologien allgegenwärtig sind, ist es entscheidend, verantwortungsvolle und bewusste Nutzungsweisen zu fördern und zu etablieren.


Die einzelnen Fragen von Nina Gygax betreffend die smartphonefreie Schule, über die ich mir im Vorfeld des Interviews Gedanken gemacht habe, sind hier nachzulesen:

  • Wo sehen sie die Probleme beim Handy in der Schule?

Ich sehe vor allem zwei Hauptprobleme mit Smartphones in Schulen: Erstens nutzen Schüler und Schülerinnen ihre Handys häufig in den Pausen, anstatt miteinander zu sprechen oder sich zu körperlich zu betätigen. Sie wollen nichts verpassen, checken daher ständig die neuesten Posts, sind am Chatten, Gamen oder schauen Videos. Zweitens lenken Smartphones im Unterricht ab und ziehen die Aufmerksamkeit von den Lehrinhalten ab. Die Schüler sind weniger konzentriert und nutzen dadurch ihr Potenzial nicht vollständig aus. Trotz Regeln gegen die Handynutzung während des Unterrichts, nutzen Schüler die Geräte heimlich, wenn sich die Gelegenheit bietet. Dies habe ich direkt in Gesprächen mit Jugendlichen erfahren.

  • Weshalb ist eine Regulierung der Nutzung in der Schule notwendig?

Ich betrachte den Umgang mit Digitalisierung, insbesondere sozialen Netzwerken, als eine der grössten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Einheitliche Regelungen an Schulen, die trotz der Teilautonomie für alle Kinder und Jugendlichen  gleichermassen gelten, lassen sich besser durchsetzen und finden breitere Akzeptanz. Aus Gründen der Gleichbehandlung und Chancengleichheit sehe ich keinen Grund, weshalb nicht für alle Schüler und Schülerinnen dieselben Richtlinien gelten sollten, die einige Schulen bereits umsetzen. Diese Massnahmen gewährleisten, dass Digitalisierung in der Schule vorrangig zur Unterstützung des Lernprozesses eingesetzt wird, was sinnvoll ist und von mir nicht in Frage gestellt wird. Zu diesem Zweck sind die Kinder und Jugendlichen mit Laptops ausgestattet, wodurch die Nutzung von Smartphones in der Schule praktisch überflüssig geworden ist.

  • Ist ein Verbot von Smartphones sinnvoll?

Ich halte es für wichtig, dass Kinder und Jugendliche in der Schule handyfreie Zeiten erleben, um ihre Entwicklung und psychische Gesundheit zu fördern. Dies rückt pädagogische Inhalte, Lernprozesse und persönliche soziale Interaktionen in den Mittelpunkt, indem Schülerinnen und Schüler eine Pause von sozialen Netzwerken erhalten und stattdessen echte soziale Kontakte pflegen und Beziehungen aufbauen können.

Diese handyfreien Zeiten ermöglichen es den Schülern, sich ohne ständige Ablenkung durch Smartphones voll und ganz auf sich selbst und ihr soziales Umfeld zu konzentrieren. Dabei geht es nicht darum, die Digitalisierung zu stoppen, sondern um eine sinnvolle, altersgerechte und dosierte Nutzung der Technologie. In der Schule haben wir das Fach Medien und Informatik eingeführt und alle Schülerinnen und Schüler ab der 5. Klasse mit Laptops ausgestattet. Gleichzeitig investieren wir in Präventionsmassnahmen zum bewussten Umgang mit sozialen Medien und weil das Suchtpotential von «Social Media Plattformen» enorm ist.

Die gesellschaftliche Debatte über das Thema ist allerdings unzureichend, obwohl sie auch Erwachsene betrifft. Kinder und Jugendliche sind aber besonders anfällig für problematische Inhalte wie Cyber-Mobbing, unkontrollierten Zugang zu Pornografie oder Gewaltdarstellungen und leider auch Beiträge, die zu Radikalisierung führen können. Zudem fördert die ständige Online-Präsenz emotionalen Stress und einen ungesunden Vergleichsdruck – schneller, grösser, besser, dünner, talentierter – all diese Komponenten führen zu kognitiver und emotionaler Überlastung. Diese Belastung beeinträchtigt nicht nur die psychische Gesundheit der Schülerinnen und Schüler enorm, sondern auch die zwischenmenschlichen Beziehungen.

Es ist höchste Zeit, dass wir aktiv handeln und unseren Kindern und Jugendlichen helfen, die digitale Welt gesund zu nutzen. Deshalb ist es sehr sinnvoll gerade in der Schule eine Pause von den sozialen Netzwerken einzulegen.

  • Wo sind die Eltern in der Pflicht? 

Eltern spielen eine entscheidende Rolle dabei, ihre Kinder von Beginn an aktiv und altersgerecht in der digitalen Welt zu begleiten. Sie tragen die Verantwortung, sich über digitale Medien zu informieren, ihre Kinder über Risiken aufzuklären und klare Grenzen zu setzen. Dabei ist es wichtig, dass Kinder die Regeln nicht nur befolgen, sondern auch verstehen.
Als Vorbilder müssen Eltern mit gutem Beispiel vorangehen und gesunde digitale Gewohnheiten fördern, wie zum Beispiel begrenzte Bildschirmzeiten und eine ausgewogene Balance zwischen der Nutzung digitaler Medien und anderen Aktivitäten. Die Verantwortung für die digitale Erziehung liegt nicht allein bei den Schulen, sie kann nicht einfach abgewälzt werden.
Als Gesellschaft müssen wir verstehen und akzeptieren, dass manche Eltern aber mit diesen Herausforderungen und den Auswirkungen auf ihre Kinder überfordert sind. Daher ist es entscheidend, nicht nur Unterstützung anzubieten, sondern auch gemeinschaftlich zu handeln. Eltern, Schulen und auch beispielsweise die offene Kinder- und Jugendarbeit brauchen Werkzeuge und das Wissen, um die jungen Menschen wirksam in einer digitalisierten Welt zu begleiten und sie vor den negativen Auswirkungen zu schützen.

Sandra Bothe-Wenk
Grossrätin Grünliberale Basel-Stadt
Wahlkreis Riehen


Bildquelle: Regionaljournal BL/BS SRF

Kinderbetreuung für alle – Gegenvorschlag der Bildungs- und Kulturkommission

Volksinitiative «Kinderbetreuung für alle»: Mehrheit der Bildungs- und Kulturkommission will der Initiative stärker entgegenkommen als der Regierungsrat

Online zur Medienmitteilunghttps://www.medien.bs.ch/nm/2023-volksinitiative-kinderbetreuung-fuer-alle-mehrheit-der-bildungs–und-kulturkommission-will-der-initiative-staerker-entgegenkommen-als-der-regierungsrat-gr.html

Online zum Bericht der Bildungs- und Kulturkommission: https://grosserrat.bs.ch/dokumente/100405/000000405405.pdf

Online zum Ratschlag und Bericht der Regierung Initiative: Kinderbetreuung für alle https://grosserrat.bs.ch/dokumente/100403/000000403467.pdf

Danksagung: Die vorliegenden Standpunkte und Positionen sind das Ergebnis intensiver Diskussionen innerhalb der Fachgruppe Bildung und Familie sowie der eigens eingesetzten Arbeitsgruppe der Grünliberalen. Ich möchte allen Mitgliedern herzlich für ihre hervorragende Unterstützung und die bereichernden Meinungsaustausche bei der Suche nach gemeinsamen Ansichten danken!

EingangserklärungUnsere Gesellschaft wird von vielfältigen Lösungen für die Kinderbetreuung getragen. Statt einer universellen Gratis-Kita-Politik, die bestimmte Familienmodelle bevorzugt, befürworten die Grünliberalen einen differenzierteren Ansatz. Der erweiterte Gegenvorschlag ermöglicht Investitionen unter Berücksichtigung einer ausgewogenen Herangehensweise. Eine gewinnbringende Ressourcenallokation ist nötig, um die Qualität und die Bedürfnisse von Eltern und Fachkräften zu berücksichtigen. Unser Ziel sollte eine hochwertige Kinderbetreuung sein, damit die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu fördern und zur Entwicklung einer modernen, gleichberechtigten Gesellschaft beizutragen.


Stellungnahme zum Vorschlag der Bildungs- und Kulturkommission

Gratis-Kita und Vielfalt der Lebensformen: Obwohl die Idee einer Gratis-Kita zweifellos attraktiv ist, erfasst sie nicht die Vielfalt der Lebensformen in unserer Gesellschaft. Als Grünliberale befürworte ich einen differenzierteren Ansatz, der die Bedürfnisse aller Familien respektiert, anstatt eine universelle Gratis-Kita-Politik zu verfolgen. Eine Gratis-Kita bevorzugt bestimmte Familienmodelle und benachteiligt andere. Kinder müssen während der Erwerbstätigkeit ihrer Eltern hochwertig betreut werden, um gesund aufzuwachsen, wobei ich die Ansicht vertrete, dass die Betreuungsqualität, massgeblich von der Bezugspersonenarbeit abhängt, also von den zwischenmenschlichen Beziehungen. Bei einer ausserfamiliären Kinderbetreuung sollten bezahlbare Finanzierungsmöglichkeiten und ein flächendeckendes Platzangebot für Eltern zusätzlich zur Qualität im Vordergrund stehen. Dies wird durch den erweiterten Gegenvorschlag erreicht. Investitionen und eine ausgewogene Ressourcenallokation sind notwendig, um die Qualität und die Bedürfnisse von Eltern und Fachkräften angemessen zu berücksichtigen. Das Ziel der Grünliberalen ist die Förderung hochwertiger Kinderbetreuung und die Stärkung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in einer modernen und gleichberechtigten Gesellschaft. Diese Position beruht auf dem Prinzip der Gleichbehandlung aller Lebensformen und dem Bestreben, Lösungen zu finden, die gerecht und ausgewogen sind. Ich bin offen für eine breite Debatte über dieses Thema und glaube, dass die Vielfalt unserer Gesellschaft eine Stärke ist, die in unserer Politik berücksichtigt werden sollte.

Höhere Löhne für Kita-Mitarbeitende: Die aktuellen Arbeitsbedingungen und Löhne der Mitarbeitenden in Kindertagesstätten (Kitas) werden stark durch finanzielle Begrenzungen durch die staatlich vorgegebenen Modellkosten beeinflusst. Diese Deckelung schränkt die Flexibilität der Kitas in Bezug auf ihre betriebswirtschaftlichen Entscheidungen, einschliesslich Personalentscheidungen, erheblich ein. Im Gegensatz zu anderen im Kanton Basel-Stadt ansässigen KMU’s haben Kitas weniger Spielraum. Es besteht meiner Ansicht nach die dringende Notwendigkeit, die gegenwärtigen Arbeitsbedingungen und Löhne der Kita-Fachmitarbeitenden zu verbessern. Mitarbeitende in kantonalen Tagesstruktureinrichtungen erhalten höhere Löhne und insgesamt attraktivere Arbeitsbedingungen, was dazu führt, dass viele Kita-Mitarbeitende in den schulischen Bereich wechseln.
Die Gleichbehandlung zwischen Kita- und Tagesstruktur-Fachmitarbeitenden ist aber entscheidend, um sie nicht in Konkurrenz zueinander zu setzen. Da der Kanton die Lohnpolitik für Kitas und Tagesstrukturen gestaltet, verletzt die aktuelle Situation den Grundsatz: „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit bei gleichen Qualifikationen“.
Kita-Mitarbeitende betreuen Kinder bereits in den ersten Lebensjahren. Hier wird der Grundstein für Sozialkompetenz, Gesundheit, Kreativität, motorische und sprachliche Fähigkeiten sowie die Fähigkeit zur Emotions-Regulierung gelegt. Eine hochwertige Betreuung spielt eine entscheidende Rolle. Sie fördert den Entwicklungsverlauf der Kinder, ebnet den Weg für eine erfolgreiche schulische Laufbahn und erleichtert den Übergang in das Berufsleben. Verpassen wir diese Chancen, steigt das Risiko für gesundheitliche und soziale Probleme im späteren Leben.
Der Betreuungsalltag in Kitas und Tagesstruktureinrichtungen ist generell anspruchsvoll und hat sich in den letzten Jahren weiterentwickelt. Die Anforderungen an das Personal sind in beiden Angeboten gestiegen. Die Zielgruppe der betreuten Kinder überschneidet sich über einen Zeitraum von fünf Jahren (vom Kindergarten bis zur 3. Primarklasse), und die Frühförderung der Kinder ist zunehmend anspruchsvoller geworden.
Die Kita-Mitarbeitenden begleiten also im Grunde genommen dieselben Kinder, die später die Tagesstrukturen besuchen, nur eben zu einem früheren Zeitpunkt. Dieser Umstand sollte bei der Lohnfestlegung und der Anerkennung der Arbeit der Kita-Mitarbeitenden angemessen berücksichtigt werden.

Der familienergänzenden Kinderbetreuung in der Schweiz und in den Kantonen – auch in Basel-Stadt – fehlt qualifiziertes Personal aufgrund des Fachkräftemangels. Diese Lücke beeinträchtigt sowohl die Entwicklung der Kinder als auch das Wohlbefinden der Mitarbeitenden. Daher ist es unerlässlich, jetzt in das Personal zu investieren, um sicherzustellen, dass die Kinder bestmöglich betreut und in ihrer Entwicklung unterstützt werden.

Mitarbeitende ohne Diplom: In Bezug auf die Anpassung der Löhne für Mitarbeitende ohne Diplom bin ich weniger geneigt, die Situation anzugleichen. Ich betrachte es als wichtig, in die Ausbildung zu investieren und Anreize zu schaffen, um den Wert einer entsprechenden Ausbildung und Weiterbildung hervorzuheben. Des Weiteren ist zu berücksichtigen, dass die Bildungsbiografien der Mitarbeitenden sehr vielfältig und nicht direkt vergleichbar sind.
Des Weiteren führt die Hochstufung von der Lohnklasse 4 in die Lohnklasse 7 zu einer direkten Ungleichbehandlung innerhalb der privaten Betreuungsbetriebe. Insbesondere in Kindertagesstätten und einigen schulexternen Tagesstrukturen, die kein Catering anbieten, sondern selber kochen, sind eidg. dipl. Köche und Köchinnen angestellt. Diese Fachkräfte werden der Lohnklasse 6 zugeordnet und würden trotz ihrer abgeschlossenen Berufslehre weniger verdienen als Mitarbeitende in der Betreuung ohne entsprechende Ausbildung.
Köch:innen, die in einem Umfeld mit Kindern arbeiten, sind integral in den täglichen Betreuungsalltag eingebunden. Sie übernehmen in ihrer Funktion auch betreuungsrelevante Aufgaben, wofür eine angemessene finanzielle Anerkennung der Lohnklasse 7 – analog den Mitarbeitenden ohne Qualifikation – ebenfalls erforderlich wäre.
Festhalten kann ich, dass die Situation bezüglich der ungleicher Massstäbe und Einordnung in verschiedenen Lohnklassen – je nach Arbeitsort – privat oder kantonal – nicht optimal gelöst ist. Dennoch empfehle ich aus genannten Gründen, auf den Antrag nicht einzutreten.

Keine Anrechnung von Praktika im Betreuungsschlüssel der Kitas: Die Teil-Streichung der Anrechnung von Praktika (vor der Lehre) im Betreuungsschlüssel für Kitas, laut Vorschlag der Regierung, ist ein positiver Schritt. Sie entspricht bereits der Regelung bei den schulinternen Tagesstrukturen und die diesbezügliche Gleichbehandlung ist konsequent. Die Anrechnung im Betreuungsschlüssel wird durch qualifiziertes Personal ersetzt, was zu einer direkten Qualitätsverbesserung in der Kinderbetreuung und einem effizienteren Zeitmanagement führt. Es ergibt jedoch keinen Sinn, 50% der Praktika weiterhin in der Modellkostenrechnung zu berücksichtigen, wenn gar keine Praktikantinnen und Praktikanten vorhanden sind, insbesondere im Fall der obligatorischen Praktika, die im Rahmen der ordentlichen Ausbildung vorgesehen sind, aber nicht mehr an die Ausbildung angerechnet werden. Um die entstandene Lücke im Betreuungsschlüssel zu schliessen, sind finanzielle Mittel erforderlich. Damit kann das Betreuungspersonal mit Mitarbeitenden ohne pädagogische Ausbildung ergänzt werden, was zu mehr Konstanz in der Bezugspersonenarbeit führt. Es ist wichtig zu betonen, dass Kitas weiterhin die Möglichkeit haben, Praktikantinnen und Praktikanten ausserhalb des Betreuungsschlüssels einzustellen, um flexibel auf verschiedene Situationen reagieren zu können.

Erhalt des Systems der Firmenkitas Der Erhalt des Systems der Firmenkitas ist von grosser Bedeutung, da Grossunternehmen wie Novartis oder Roche einen erheblichen Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilität unserer Region leisten. Der Umstand verdient Anerkennung und Unterstützung. Die Präsenz betriebseigener Kitas ermöglicht es diesen Unternehmen, sich als attraktive Arbeitgeber zu positionieren und gleichzeitig flexibel auf den kurzfristigen Bedarf an Betreuungsplätzen zu reagieren, um (hoch)qualifiziertes Personal anwerben zu können. Darüber hinaus tragen sie zur sozialen und kulturellen Vielfalt bei, da sie Kinder aus verschiedenen Hintergründen betreuen. Eine Zerschlagung der etablierten Firmenkitas würde lediglich dazu führen, dass an anderer Stelle zusätzliche Betreuungsplätze geschaffen werden müssten, was letztendlich zu den gleichen Kosten führen würde. Der Erhalt der Firmenkitas ist nicht nur im Interesse des allgemeinen Wohlstands, sondern auch für die langfristige Gesundheit unserer Wirtschaft von entscheidender Bedeutung.

Übernahme der Betreuungskosten für das dritte Geschwisterkind Hinsichtlich der Übernahme der Betreuungskosten für das dritte Geschwisterkind tendiere ich dazu, dem Antrag auf eine vollständige Entlastung der Familien ab dem dritten betreuten Kind nicht zuzustimmen. Die Regelung soll unabhängig vom Einkommen gelten, was bedeutet, dass alle Einkommen von dieser zusätzlichen Entlastung profitieren würden. Es ist jedoch zu berücksichtigen, dass bereits Erhöhungen der Betreuungsbeiträge im regierungsrätlichen Gegenvorschlag vorgenommen werden, um die finanzielle Belastung von Familien zu mildern. Ein anderer Ansatz wäre, den Geschwisterrabatt beim dritten Kinder je nach Einkommen stärker zu gewichten. Diese Überlegung ist es wert eventuell zu einem anderen Zeitpunkt wieder aufgenommen zu werden.

Sandra Bothe-Wenk
Grossrätin Grünliberale Basel-Stadt
Wahlkreis Riehen

 

 

Kantonale Regelungen gefährden die Vielfalt in der Kinderbetreuung

Notiz zum Artikel von Laura Ferrari in „Basel Jetzt“ vom 24. Juli 2023

„Die Kita muss schliessen, doch die Leiterin kämpft weiter: Diese Arbeit ist mir wichtig und wertvoll“

Hier gehts zum Artikel: https://www.baseljetzt.ch/die-kita-muss-schliessen-doch-die-leiterin-kaempft-weiter-diese-arbeit-ist-mir-wichtig-und-wertvoll/90374 via @undefined


Ich bin überzeugt, dass die wertvollen und einzigartigen pädagogischen Konzepte in kleinen Kitas unterstützt werden sollten, um hochwertige Kinderbetreuung und Bildungsangebote zu bewahren.

Der Bericht von Laura Ferrari in „Basel jetzt“ lenkt die Aufmerksamkeit auf diese wichtige Problematik, die Kindertagesstätten wie die Kita „Rappelkischte“ durch die neuen Regelungen des Tagesbetreuungsgesetzes im Kanton Basel-Stadt betrifft. Dafür bin ich dankbar.

Die Verordnung zum neuen Tagesbetreuungsgesetz hat die Kriterien für staatliche Subventionsbeiträge geändert, wodurch nur noch Kitas, die bestimmte vorgegebene Kriterien erfüllen, Betreuungsbeiträge für die Eltern beantragen können. Dazu zählen tägliche Öffnungszeiten von 12 Stunden und Betriebsferien von höchstens vier Wochen.

Möglicherweise denkt man, dass Kitas wie die „Rappelkischte“ einfach ihre Öffnungszeiten verlängern oder den Betrieb über mehr Wochen hinweg offenhalten sollten, um die Kriterien zu erfüllen. Jedoch birgt diese vermeintlich einfache Lösung zusätzliche Herausforderungen, da sie mehr Personal erfordert und somit steigende Kosten verursacht.

Das eigentliche Problem liegt darin, dass Kitas mit einem besonderen und wertvollen pädagogischen Ansatz nicht in das vorgegebene Raster der staatlichen Kriterien passen. Dies bedeutet, dass sie nur noch als Kitas ohne Betreuungsbeiträge geführt werden können, da sie die geforderten regulatorischen Standards nicht erfüllen.

Für die Eltern hat dies zur Folge, dass sie keine kantonalen Subventionen für die Betreuung ihrer Kinder in solchen Kitas beantragen können, obwohl sie genau dieses Angebot aufgrund seiner Qualität und Philosophie auswählen möchten.

Insbesondere sind kleinere familiäre Betreuungs- und Bildungseinrichtungen von den neuen Regelungen betroffen, die sich durch ihre innovativen und individuellen pädagogischen Konzepte auszeichnen. Darunter fällt auch das Kinderhuus Gampiross, das ich leiten darf und einen privaten Kindergarten mit familienergänzender Betreuung anbietet. Als Elternverein und NPO fördern und betreuen wir seit über 50 Jahren Kinder im Alter von 3 bis 10 Jahren und gelten als Pionier in der Branche der Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit einem reichen Erfahrungsschatz.

Wenn wir die Bedürfnisse der Kinder und ihrer Familien ernsthaft berücksichtigen möchten, sollten wir uns bewusst machen, wie wertvoll und einzigartig die pädagogischen Konzepte mancher Kitas und Bildungsinstitutionen sind.

Statt sie zu benachteiligen, sollten wir sie vielmehr unterstützen und ihre Vielfalt in der Kinderbetreuung bewahren. Denn sie bieten nicht nur Betreuung und Beziehung, sondern auch wertvolle Bildungs- und Entwicklungsangebote für unsere Kinder, die nicht durch finanzielle Einschränkungen ausgebremst werden sollten, was in der Folge zur Schliessung solcher bedeutenden Betriebe führt.

Sandra Bothe-Wenk 
Grossrätin Grünliberale Basel-Stadt
Wahlkreis Riehen

 

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