Grossrätin Grünliberale Basel-Stadt

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Eine smartphonefreie Schulkultur entsteht nicht von selbst

Als wir im Sommer 2024 die Petition «Für eine smartphonefreie Schulkultur» lancierten, konnten wir nicht wissen, wohin dieser Weg führen würde. Natürlich hofften wir, etwas zu bewegen. Dass daraus zwei Jahre später eine einheitliche Weisung des Erziehungsdepartements entstehen würde, war damals aber alles andere als selbstverständlich.

Heute freue ich mich über diesen Entscheid. Nicht nur, weil damit eine zentrale Forderung unserer Petition umgesetzt wurde. Sondern vor allem, weil die Petition eine breite Diskussion darüber ausgelöst hat, wie wir Schule im digitalen Zeitalter gestalten wollen. Die vergangenen Tage haben mir zudem einmal mehr gezeigt, wie wertvoll der Dialog ist. In zahlreichen Interviews und Gesprächen mit Lehrpersonen, Eltern, Journalistinnen und Journalisten sowie vielen weiteren Interessierten durfte ich erleben, wie differenziert über dieses Thema diskutiert wird. 

Familienergänzende Ferienbetreuung braucht Flexibilität

Wenn familienergänzende Ferienbetreuung nur noch wochenweise angeboten wird, geht ein Stück Alltagstauglichkeit verloren.  Dabei lässt der Kanton bewusst Spielraum für flexible Lösungen. Entscheidend ist, dass dieser auch zukünftig genutzt wird, für Familien, für Kinder und für eine vielfältige Betreuungslandschaft.

Für viele Familien und Erziehungsberechtigte ist die Möglichkeit Ferienangebote flexibel zu buchen zentral, insbesondere bei Teilzeitmodellen und unregelmässigen Arbeitszeiten. Eine bedürfnisorientierte Ferienbetreuung richtet sich an Eltern, die ihre Kinder in den Ferien zumindest teilweise selbst betreuen wollen und können. Die Buchung einzelner Tage ist dabei ein zentraler Baustein, sowohl aus organisatorischer Sicht als oft auch im Hinblick auf eine kindgerechte Gestaltung des Alltags.

Familienfreundliches Riehen: was heisst das konkret?

Riehen rechnet mit einem jährlichen Defizit von rund 10 Millionen Franken. Das ist nicht schönzureden und es verlangt nach sorgfältigen Entscheiden.

Ein Entscheid liegt nun vor: Die Elternbeiträge für die Tagesstruktur steigen in der Gemeinde um bis zu 33 %. Für eine Familie mit zwei Kindern und Betreuung an drei Tagen bedeutet das beispielsweise, dass aus rund 8’000 Franken pro Jahr über 11’000 Franken werden.

Gleichzeitig kostet die Anwohner-Parkkarte in Riehen nur 8 Franken pro Jahr, 67 Rappen pro Monat. Eine Erhöhung wurde im Einwohnerrat als unsozial bezeichnet; eine moderate Anpassung und damit zusätzliche Einnahmen wurden von einer knappen Parlamentsmehrheit abgelehnt.

Riehen trägt das Label einer kinder- und familienfreundlichen Gemeinde. Dieses Selbstverständnis ist wichtig und es verpflichtet. Gerade deshalb stellt sich die Frage, wie wir in Riehen unsere Prioritäten setzen. Bezahlbare Kinderbetreuung ermöglicht Erwerbstätigkeit und stärkt damit die finanzielle Basis der Gemeinde. Wird Betreuung zu teuer, reduzieren manche Familien ihr Arbeitspensum mit entsprechenden finanziellen Auswirkungen auf die Steuereinnahmen und Nachteilen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wird die Betreuung in Riehen deutlich teurer als in Basel oder Bettingen, berührt dies letztlich auch die Attraktivität unseres Standorts für junge Familien nachhaltig.

Es geht nicht darum, finanzielle Herausforderungen kleinzureden. Aber wenn wir ein Defizit ausgleichen müssen, stellt sich immer auch die soziale Frage: Wen belasten wir und in welchem Ausmass?

Im Beitrag von SRG Region Basel wird deutlich, weshalb sich Eltern in Riehen gegen höhere Tagesstrukturkosten wehren und was diese Erhöhung im Alltag bedeutet Hier reinhören!

Darum unterstütze ich die Petition, du auch? hier unterschreiben

Sandra Bothe-Wenk
Grossrätin Grünliberale Basel-Stadt
Wahlkreis Riehen


Bild: SRG Regionaljournal

Stichtag Einschulung

Der Artikel der BZ Zeitung zeigt: Die Diskussion um den KG-Einschulungsstichtag ist weder neu noch erledigt.

Ich habe bereits 2023 im Grossen Rat Basel-Stadt eine schriftliche Anfrage dazu eingereicht. Die Antwort des Regierungsrats war damals klar: Er sieht kein Problem, Rückstellungen seien selten, der Stichtag harmonisiert und es bestehe kein Handlungsbedarf!

Die Realität zeichnet aber ein anderes Bild. Für mich ist das Thema weiterhin aktuell, weil der Schuleintritt nicht beim Kindergarten endet, sondern Bildungswege bis in die Sekundarstufe und darüber hinaus prägt, etwa bei der späteren Entscheidung zwischen Lehre und weiterführender Schule!

Dass Eltern ihre Kinder bewusst zurückstellen, ist aus meiner Sicht ein deutliches Signal. Es zeigt, dass die Passung zwischen Kind und System nicht immer gegeben ist. Frühe oder späte Einschulung beeinflusst aber Förderung, Selektion und Bildungschancen langfristig.

Natürlich braucht es einen Stichtag als Orientierung. Aufgrund der Zeichen, wäre aber aus meiner Sicht ein verschobener Stichtag sinnvoll, kombiniert mit echten, kindernahen und pädagogisch begründeten Entscheidungswegen. Wichtig ist, dass der Stichtag nicht faktisch zur starren Grenze wird, sondern niederschwellig und möglichst unbürokratisch Raum lässt für Kinder, die entwicklungsbedingt früher oder später bereit sind , auch beim Übergang in die Primarstufe und darüber hinaus.

Wie seht ihr das? Mich interessieren eure Erfahrungen und Einschätzungen, schickt mir ein Mail.

Sandra Bothe-Wenk
Grossrätin Grünliberale Basel-Stadt
Wahlkreis Riehen


Bildquelle: BZ Symbolbild Sandra Ardizzone

Ein persönlicher Beitrag über Führung, Druck und Menschlichkeit

Manchmal ist das Aufhören der verantwortungsvollere Schritt als das Weitermachen.

Dieser Beitrag ist ein Versuch, Worte für etwas zu finden, das viele Führungspersonen im Nonprofit-Bereich und in Vereinen kennen, aber selten offen aussprechen: den Druck, immer alles zu geben und doch das Gefühl zu haben, den vielfältigen Erwartungen nicht gerecht werden zu können. 

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