Grossrätin Grünliberale Basel-Stadt

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Wie modern soll ein Milizparlament sein?

Die technischen Probleme bei den digitalen Fernabstimmungen im April 26 zum Lohnmassnahmenpaket im Grossen Rat haben in der Bevölkerung zu Recht zu reden gegeben und aufgrund der knappen Mehrheitsverhältnisse auch bei mir zu spürbarem Druck und Stress geführt. Diese ungute Situation, und ein Input unseres GLP-Präsidenten Serge Meyer, hat mich dazu gebracht, die Frage rund um Stellvertretungssysteme nochmals breiter anzuschauen.

Auch wenn die Abstimmung in der Mai-Session wiederholt wurde, hat die technische Panne definitiv sichtbar gemacht, wie verletzlich ein modernes Milizparlament grundsätzlich werden kann, wenn politische Arbeit, Beruf, Familie, aber auch gesundheitliche Situationen – oder in meinem Fall eine berufliche Weiterbildung – zeitweise nicht einfach zusammenpassen. Dadurch fehlt im entscheidenden Moment eine Stimme im Parlament.

Wenn gemeinsames Essen mit Kindern zur Lohnfrage wird

Politische Fragen entstehen oft in der Realität des Alltags; zum Beispiel in der Kinderbetreuung. Dort gehört das gemeinsame Essen mit den Kindern zur pädagogischen Beziehungsarbeit und ist selbstverständlicher Teil des Berufsalltags. Gleichzeitig wird genau diese Mahlzeit als Lohnbestandteil behandelt und je nach Anstellung, staatlich oder privat, sogar unterschiedlich gehandhabt.

Demokratische Werte im Schulalltag stärken

Grosser Rat Basel-Stadt, Märzsession 2026: Das Parlament beschliesst den Anzug Sandra Bothe betreffend Stärkung der demokratischen Werte in der Volksschule: Entflechtung des Sammelbereichs «Ethik, Religionen, Gemeinschaft», berufliche Orientierung, Klassenstunde stillschweigend abzuschreiben.

Im Vorstoss geht es nicht um zusätzliche Lektionen in der Sekundarstufe I, auch wenn es der Regierungsrat so darstellt. Das mal vorweg.
Es geht um eine einfache Frage: Wie stellen wir sicher, dass demokratische Grundbildung und Werte wie Respekt, Toleranz und der Umgang mit Vielfalt im Schulunterricht den Stellenwert erhalten, den wir ihnen zuschreiben.

Schulische Digitalisierung: Ein Blick auf ihre Wirkung lohnt sich

Grosser Rat 11. März 2026, neue Vorstösse: Digitale Geräte gehören heute zum Schulmaterial wie Heft und Bleistift. Doch entscheidend ist nicht das Gerät, sondern seine Wirkung auf das Lernen und die Entwicklung der Kinder und Jugendlichen.

Digitale Geräte gehören heute selbstverständlich zum Schulalltag. Wenn ich aber mit Lehrpersonen, Eltern und Jugendlichen spreche, merke ich schnell: Die Erfahrungen mit digitalen Instrumenten sind unterschiedlich. Viele sehen Chancen, andere stellen Fragen oder machen sich Sorgen. Beides ist verständlich. Die Schule befindet sich mitten in einer Entwicklung, die wir alle mitgestalten.

Stichtag Einschulung

Der Artikel der BZ Zeitung zeigt: Die Diskussion um den KG-Einschulungsstichtag ist weder neu noch erledigt.

Ich habe bereits 2023 im Grossen Rat Basel-Stadt eine schriftliche Anfrage dazu eingereicht. Die Antwort des Regierungsrats war damals klar: Er sieht kein Problem, Rückstellungen seien selten, der Stichtag harmonisiert und es bestehe kein Handlungsbedarf!

Die Realität zeichnet aber ein anderes Bild. Für mich ist das Thema weiterhin aktuell, weil der Schuleintritt nicht beim Kindergarten endet, sondern Bildungswege bis in die Sekundarstufe und darüber hinaus prägt, etwa bei der späteren Entscheidung zwischen Lehre und weiterführender Schule!

Dass Eltern ihre Kinder bewusst zurückstellen, ist aus meiner Sicht ein deutliches Signal. Es zeigt, dass die Passung zwischen Kind und System nicht immer gegeben ist. Frühe oder späte Einschulung beeinflusst aber Förderung, Selektion und Bildungschancen langfristig.

Natürlich braucht es einen Stichtag als Orientierung. Aufgrund der Zeichen, wäre aber aus meiner Sicht ein verschobener Stichtag sinnvoll, kombiniert mit echten, kindernahen und pädagogisch begründeten Entscheidungswegen. Wichtig ist, dass der Stichtag nicht faktisch zur starren Grenze wird, sondern niederschwellig und möglichst unbürokratisch Raum lässt für Kinder, die entwicklungsbedingt früher oder später bereit sind , auch beim Übergang in die Primarstufe und darüber hinaus.

Wie seht ihr das? Mich interessieren eure Erfahrungen und Einschätzungen, schickt mir ein Mail.

Sandra Bothe-Wenk
Grossrätin Grünliberale Basel-Stadt
Wahlkreis Riehen


Bildquelle: BZ Symbolbild Sandra Ardizzone

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