Grossrätin Grünliberale Basel-Stadt

Schlagwort: Kantons Basel-Stadt

Wie modern soll ein Milizparlament sein?

Die technischen Probleme bei den digitalen Fernabstimmungen im April 26 zum Lohnmassnahmenpaket im Grossen Rat haben in der Bevölkerung zu Recht zu reden gegeben und aufgrund der knappen Mehrheitsverhältnisse auch bei mir zu spürbarem Druck und Stress geführt. Diese ungute Situation, und ein Input unseres GLP-Präsidenten Serge Meyer, hat mich dazu gebracht, die Frage rund um Stellvertretungssysteme nochmals breiter anzuschauen.

Auch wenn die Abstimmung in der Mai-Session wiederholt wurde, hat die technische Panne definitiv sichtbar gemacht, wie verletzlich ein modernes Milizparlament grundsätzlich werden kann, wenn politische Arbeit, Beruf, Familie, aber auch gesundheitliche Situationen – oder in meinem Fall eine berufliche Weiterbildung – zeitweise nicht einfach zusammenpassen. Dadurch fehlt im entscheidenden Moment eine Stimme im Parlament.

Wenn Alter zur beruflichen Hürde wird

Es gibt Momente, die bleiben hängen. Bei mir war es ein Artikel über eine Massenentlassung in der Region. Auffallend viele der Betroffenen waren über 50. Und daraufhin ein weiterer Bericht: Eine neue Studie zeigt, dass ältere Arbeitnehmende in der Schweiz «klar benachteiligt» werden. Dazu die Stimmen aus meinem Umfeld, Menschen, die sich zunehmend fragen, ob ihr Alter auf dem Arbeitsmarkt bereits gegen sie arbeitet.

Solche Meldungen liest man anders, wenn man selbst 57 ist. Man liest sie mit dem Kopf und mit dem Bauch.Und ich frage mich:

„Wenn wir alle länger arbeiten sollen, warum erleben so viele, dass sie trotz ihrer langjährigen Erfahrung, guten Qualifikationen und beruflichen Fähigkeiten im Job an den Rand gedrängt werden?“ 

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